Fangen wir mit der Zahl an, wegen der Sie hier sind. Eine einfache, gut erreichbare Wespennestentfernung liegt in unserer Region üblicherweise ab etwa 90 bis 150 Euro. Nach oben wird die Spanne schnell größer: Sitzt das Nest schwer zugänglich, in der Fassadendämmung oder im Erdreich, sind 200 bis 400 Euro realistisch. Ein Notdiensteinsatz am Sonntagabend liegt darüber.
Diese Spanne irritiert viele Leute zuerst. Sie ist aber kein Zufall und schon gar keine Willkür – dahinter steckt handfester Aufwand. Was ihn treibt, gehe ich hier der Reihe nach durch.
Woraus sich der Preis zusammensetzt
Die Zugänglichkeit ist der größte Hebel. Ein Nest, das frei unter dem Vordach hängt und von einer normalen Leiter aus erreichbar ist, ist in wenigen Minuten erledigt. Dasselbe Nest im Rollladenkasten bedeutet: Kasten öffnen, arbeiten, wieder verschließen. Sitzt es im Dachstuhl hinter der Verkleidung, muss erst freigelegt werden. Und ein Nest hinter der Fassadendämmung oder in einem Erdbau ist ein anderer Job als eines am Balkon.
Die Höhe. Alles, was nicht mit einer normalen Anlegeleiter erreichbar ist, wird aufwendiger. Ab einer bestimmten Höhe braucht es Absturzsicherung oder eine Hebebühne – letztere schlägt sich deutlich im Preis nieder.
Die Größe und Jahreszeit. Ein junges Nest im Mai mit einer Handvoll Tieren ist etwas anderes als ein ausgewachsenes Volk im August, das mehrere tausend Tiere zählen kann. Wer früh anruft, zahlt fast immer weniger. Das ist einer der wenigen Ratschläge in diesem Beruf, der Ihnen direkt Geld spart.
Die Art. Und das ist der Punkt, an dem es nicht nur ums Geld geht: Handelt es sich um Hornissen oder um bestimmte geschützte Wildbienen- und Hummelarten, ist eine Beseitigung gar nicht zulässig. Dann kommt nur eine Umsiedlung mit Ausnahmegenehmigung infrage, und die kostet mehr, weil sie aufwendiger ist und behördlich begleitet wird.
Die Einsatzzeit. Wer uns sonntagnachts über den Notdienst ruft, zahlt einen Zuschlag. Das ist fair, denn auch dann steht jemand bereit.
Muss das Nest überhaupt weg?
Diese Frage stelle ich bei fast jedem Termin, und überraschend oft lautet die Antwort: nein.
Ein Wespenvolk stirbt im Spätherbst von selbst ab. Nur die Jungköniginnen überwintern, und – das wissen die wenigsten – ein verlassenes Nest wird nie wieder besiedelt. Wer also im August ein Nest am Gartenhäuschen hat, das niemanden stört, kann es getrost bis zum Frost stehen lassen und im Winter leer entfernen. Das kostet dann gar nichts.
Sinnvoll ist eine Entfernung, wenn das Nest direkt an einem Durchgang liegt – Haustür, Terrasse, Kinderzimmerfenster, Gartentor –, wenn im Haushalt jemand eine Insektengiftallergie hat, oder wenn kleine Kinder im unmittelbaren Umfeld spielen. In allen anderen Fällen sage ich Ihnen offen, dass Abwarten die günstigere und ökologisch bessere Lösung ist.
Zahlt die Versicherung?
Meistens nicht, aber es lohnt der Blick.
Die Wohngebäudeversicherung deckt die Wespennestentfernung in aller Regel nicht ab, weil kein Gebäudeschaden im Sinne der Bedingungen vorliegt. Manche Tarife haben allerdings eine ausdrückliche Zusatzleistung für Insektennester – teils als „Assistance-Leistung“ oder in Premium-Bausteinen. Ein Anruf bei Ihrem Versicherer kostet nichts.
Die Hausratversicherung kommt üblicherweise nicht dafür auf.
Als Mieter sind Sie in der Regel nicht in der Pflicht: Ein Wespennest an der Fassade, im Rollladenkasten oder im Dachstuhl betrifft die Bausubstanz und damit den Vermieter. Melden Sie den Befall schriftlich und beauftragen Sie nicht auf eigene Faust, sondern geben Sie dem Vermieter Gelegenheit zu handeln. Nur bei echter Gefahr im Verzug ist eigenes Vorgehen eher zu rechtfertigen.
In einigen Landkreisen und Kommunen gibt es außerdem Zuschüsse oder vermittelte Fachkräfte, insbesondere für Hornissenumsiedlungen. Fragen Sie bei der unteren Naturschutzbehörde nach.
Hinweis: Das ist eine allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind Ihr Versicherungsvertrag, Ihr Mietvertrag und die Vorschriften Ihrer Gemeinde.
Woran Sie ein unseriöses Angebot erkennen
In der Wespensaison sind leider auch Anbieter unterwegs, bei denen man hinterher mehr bezahlt als besprochen. Diese Punkte sollten Sie hellhörig machen:
- Ein verbindlicher Fixpreis am Telefon, ohne dass jemand das Nest gesehen hat. Seriös lässt sich vorher nur ein Rahmen nennen.
- Keine Aufschlüsselung. Anfahrt, Arbeitszeit und Material sollten getrennt ausgewiesen sein, nicht als eine runde Summe.
- Kein Wort zum Artenschutz. Wer nicht von sich aus fragt, ob es Wespen, Hornissen oder Wildbienen sind, arbeitet nicht sorgfältig – bei geschützten Arten ist die Beseitigung schlicht verboten.
- Druck am Telefon. „Wir haben zufällig gleich jemanden in der Nähe, aber nur jetzt“ ist ein Verkaufsmuster, kein Serviceangebot.
- Nur eine Mobilnummer, keine ladungsfähige Anschrift, kein Impressum.
- Bar auf die Hand ohne Rechnung. Ohne Beleg haben Sie im Streitfall nichts in der Hand.
Lassen Sie sich den Preisrahmen vorab nennen und bestätigen Sie den Auftrag am besten schriftlich, sei es per Mail oder Nachricht. Das ist in fünf Minuten erledigt und erspart Diskussionen.
Warum Sie das nicht selbst machen sollten
Es gibt Sparmaßnahmen, die sich rechnen, und es gibt diese hier. Ein Wespenvolk verteidigt sein Nest, und zwar koordiniert. Wer mit Spray, Wasserschlauch oder – das kommt tatsächlich vor – mit Feuer an ein Nest geht, provoziert einen Massenangriff auf engem Raum, häufig auf einer Leiter. Die Zahl der Stiche ist dann das eine, der Sturz das andere.
Dazu kommt: Bespraytes Nistmaterial in einem Rollladenkasten oder unter der Dämmung bleibt liegen, zieht Folgeschädlinge an und muss später ohnehin entfernt werden. Und wenn es doch Hornissen waren, kommt zum Ärger noch ein Bußgeldverfahren.
Wir arbeiten mit Schutzausrüstung, entfernen das Nest samt Material und verschließen auf Wunsch gleich die Einflugstelle – bei Rollladenkästen sind das meist der Gurtdurchlass und die Seitenspalten. Diese Kleinigkeit erspart Ihnen die Wiederholung im nächsten Sommer.
Schädlingsschutz24 hilft schnell
Sie haben ein Nest entdeckt und wollen wissen, was es in Ihrem Fall kostet? Rufen Sie an und beschreiben Sie kurz, wo es sitzt und wie groß es ungefähr ist – damit lässt sich der Rahmen meist schon am Telefon eingrenzen. Sitzt es harmlos, sagen wir Ihnen das ehrlich. Im Raum Tuttlingen und der ganzen Region sind wir für Sie da, von Spaichingen über Trossingen und Rottweil bis Villingen-Schwenningen, Konstanz und Sigmaringen. Hängt das Nest direkt über der Haustür, kommen wir über den Notdienst auch kurzfristig.
